© Reza Hossin Abadi

Lieber Herr Teuscher, liebes Präsidium, liebe Mitglieder des Hochschulsenats, liebe Dekaninnen und Dekane, liebe Prodekaninnen und Prodekane,
 
vor dem Hintergrund der aktuellen politischen, sozialen und internationalen Verwerfungen, sowie der wachsenden Solidarität und des Engagements gegen vermehrte rechte Hetze und Ungleichheitsideologien haben wir als Hochschulmitglieder die Verantwortung und die Möglichkeit, durch Bildung, Wissenschaft und Aufklärung zu einer zivilen und nachhaltigen gesellschaftlichen Problemlösung beizutragen.
 
Dies bekräftigend wurde Ende 2015 folgende Passage in die Präambel der Grundordnung der HAW aufgenommen:
"Die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg sieht sich in der Verpflichtung, in ihrem wissenschaftlichen und didaktischen Wirken und Verwaltungshandeln gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen und sich in Lehre, Forschung und Weiterbildung nachhaltig für die friedliche, soziale, politische, technische, ökologische und ökonomische Entwicklung der Gesellschaft einzusetzen.
Forschung, Lehre und Studium an der HAW Hamburg sind friedlichen Zielen verpflichtet und sollen zivile Zwecke erfüllen; die Forschung, insbesondere die Entwicklung und Optimierung technischer Systeme, sowie Studium und Lehre sind auf eine zivile Verwendung ausgerichtet."
 
Im Geist dieser Zeilen möchten wir darauf hinweisen, dass u.a. in dem Gebäude BT5 im Flur ein Poster hängt, auf dem für eine Karriere in der Bundeswehr geworben wird, sowie an der HAW Postkarten der Bundeswehr ausliegen. Und auf den Bildschirmen in der Mensa in Bergedorf, sowie der im BT7 wird alle paar Minuten ein Werbespot gesendet, der offensiv und aggressiv für eine Offizierskarriere in der Bundeswehr wirbt.
 
Wir fragen Sie, warum bietet die Hochschule Werbefläche für die Bundeswehr? 
Die Bundeswehr ist kein Arbeitgeber wie jeder andere. Mit dieser Werbung wird aber versucht, genau das zu vermitteln. Dabei geht es um Kriegshandwerk, politische Interessen werden verschwiegen, sowie die Folgen von Kriegseinsätzen für Menschen und Natur. Die Poster, hängend in einer Bildungseinrichtung, sollen vermitteln, dass die Bundeswehr und das Geschäft mit dem Krieg Normalität seien und zum Alltag gehörten. Sie sollen in der Bevölkerung die Bereitschaft erhöhen, Menschen für die Interessen von Politik und Konzernen in Kriege zu schicken und Kriege als Mittel zur Konfiktlösung legitimieren. Denn lernend aus der Geschichte und im Geiste von "Nie wieder Krieg - Nie wieder Faschismus" ist die Mehrheit der Bevölkerung gegen Auslandseinsätze, Atomwaffen und Rüstungsexporte. Diese Friedensbefürwortung sollten wir aus den Hochschulen heraus bestärken!
 
Aus diesem Grund fordern wir Sie auf, die Poster der Bundeswehr zu entfernen, die Werbespots einzustellen und an allen anderen Stellen die Zusammenarbeit mit der Bundeswehr zu beenden.
 
AStA HAW Hamburg
Arbeitskreis Friedenswissenschaft der HAW Hamburg
ver.di Betriebsgruppe HAW Hamburg